Autofahren mit Kind: sicher unterwegs

Egal, ob Kurzstrecke oder Urlaubsreise - eine Fahrt mit Ihrem Kind im Auto kann immer ein spannendes Erlebnis bereithalten. Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie Ihren Sprössling richtig sichern und geben Tipps für eine gute Fahrt.

Der sicherste Platz im Auto

Auf dem Beifahrersitz oder auf der Rücksitzbank: Wo sitzt Ihr Kind im Auto sicher? Grundsätzlich ist für Ihren Sprössling der sicherste Platz auf der Rückbank. Aus rechtlichen Gründen spricht nichts dagegen, wenn Ihr Kind im Auto auf dem Beifahrersitz mitfährt. Jedoch ist das Verletzungsrisiko bei einem schweren Unfall auf der Rückbank durch eine größere Knautschzone geringer. Für einen sicheren Ein- und Ausstieg zum Gehweg sollten ebenfalls die Sitzplätze auf der Rückbank rechts oder in der Mitte bevorzugt werden.
Achten Sie bei der Auswahl des Sitzplatzes auf die Fahrzeugbedienungsanleitung - besonders im Hinblick auf die eingebauten Airbags.

Gut gesichert im Auto: Kindersitz und Co.

Für eine sichere Fahrt mit Ihrem Kind ist ein passender Kindersitz sehr wichtig. Entscheidend ist nicht nur, dass dieser auf Ihren Nachwuchs zugeschnitten ist, sondern dass Sie darüber hinaus den Sitz richtig im Auto montiert haben. Lassen Sie sich dazu am besten in einem Fachgeschäft beraten. Nehmen Sie zum Probesitzen Ihr Kind mit. Bereits beim ersten Ausprobieren zeigt sich, ob die Rückhalteeinrichtung für Ihr Kind geeignet, der Kindersitz bequem ist und er in Ihr Fahrzeug passt.
Unsere nachfolgenden Hinweise und Tipps unterstützen Sie bei der richtigen Wahl und Montage des Kindersitzes.

Die in Deutschland käuflichen Kindersitze sollten der ECE-Norm R 44 mit dem Zusatz 03 oder 04 entsprechen. Sitze mit dem Zusatz 03 entsprechen jedoch einem älteren Sicherheitsstandard, da diese Norm im Jahr 1995 eingeführt wurde. Seit 2013 gibt es zusätzlich die ECE-Norm 129 (i-Size). Diese richtet sich im Gegensatz zur ECE-Norm R 44 nicht nach dem Körpergewicht, sondern nach der Körpergröße.

Das Siegel mit den jeweiligen Normen weist nach, dass der Kindersitz dem vorgeschriebenen Mindeststandard entspricht. Sie finden das Siegel entweder eingestanzt oder als orangefarbenen Aufkleber auf dem Sitz.

Es gibt eine große Auswahl an Kindersitzen. Damit Sie einen besseren Überblick erhalten, haben wir Ihnen die verschiedenen Gruppen in Tabellen zusammengefasst. Wichtig für Sie: Bei der i-Size Norm erfolgt die Einteilung nach der Körpergröße. Bei den anderen Gruppen wird sich am Körpergewicht orientiert. Die jeweils zusätzlichen Kategorien sind lediglich Richtwerte.

Normgruppen

Gruppe Gewicht Alter Größe
i-Size (Phase 1) bis 23 kg Geburt bis 4 Jahre 40 cm bis 105 cm
i-Size (Phase 2) 20 bis 36 kg 4 bis 12 Jahre 100 bis 150 cm
Gruppe 0 bis 10 kg Geburt bis 1 Jahr bis 75 cm
Gruppe I 9 bis 18 kg 1 bis 4 Jahre 75 bis 100 cm
Gruppe II 15 bis 25 kg 3,5 bis 7 Jahre bis 125 cm
Gruppe III 25 bis 36 kg 7 bis 12 Jahre bis 150 cm

Mitwachsende Sitze

Gruppe Gewicht Alter Größe
Gruppe 0+ bis 13 kg Geburt bis 15 Monate bis 90 cm
Gruppe 0+/I bis 18 kg Geburt bis 4 Jahre bis 100 cm
Gruppe I/II 9 bis 25 kg 1 Jahr bis 7 Jahre 72 bis 125 cm
Gruppe II/III 9 bis 36 kg 1 Jahr bis 12 Jahre 75 bis 150 cm
Gruppe III/IIII 15 bis 36 kg 3,5 bis 12 Jahre 95 bis 150 cm

Egal für welches Model Sie sich gemeinsam entscheiden, achten Sie beim Kauf auf das zuvor genannte Prüfsiegel. Nehmen Sie Ihr Kind beim Kauf des Sitzes mit und binden Sie es in die Kaufentscheidung ein. Nur Ihr Sprössling kann über den Sitzkomfort entscheiden. Der Sitz sollte Ihr Kind nicht einklemmen und ihm ausreichend Halt geben. Wenn sich Ihr Kind in dem Sitz nicht wohlfühlt, sollten Sie sich lieber nach einem anderen umschauen, sonst können die bevorstehenden Autofahrten für Sie und Ihren Nachwuchs sehr unbequem und anstrengend werden. Testen Sie darüber hinaus die Montage des Sitzes in Ihrem eigenen Pkw. Diese sollte vorzugsweise unkompliziert sein.

Oft ist das Einbauen von Kindersitzen kein Kinderspiel und leichter gesagt als getan. Für die Sicherheit Ihres Kindes ist eine richtige Anbringung von hoher Bedeutung. Deshalb ist es sehr wichtig, die Anleitung bei der Montage genau zu beachten. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Führung des Sicherheitsgurts gelegt werden, denn beim Einbau von Kindersitzen entstehen die meisten Fehler bei der Gurtführung. Oftmals werden die Sicherheitsgurte nicht richtig am Kindersitz eingeführt oder nicht vernünftig angezogen.

Ausrichtung des Kindersitzes

Bei Säuglingen und Kleinkindern macht der Kopf noch einen großen Teil des Körpergewichts aus. Während eines Verkehrsunfalls können diese die Energie des Aufpralls nicht kompensieren. Somit besteht eine große Verletzungsgefahr der Wirbelsäule oder des Kopfes. Aus diesem Grund ist es Pflicht, die Kindersitze der Klasse 0 und 0+ entgegen der Fahrtrichtung einzubauen. Die Sitze der Klassen I und II sind in Fahrtrichtung sowie entgegengesetzt einbaubar. Dabei wird empfohlen, dass Sitze der Klasse I rückwärts ausgerichtet werden. Die Autositze der Klasse III sind nur in Fahrtrichtung montierbar.

Montage auf dem Beifahrersitz

Versuchen Sie die Montage auf dem Beifahrersitz zu vermeiden und nutzen Sie zur Installation des Kindersitzes die Rückbank. Geben Sie bei der Montage von Kindersitzen und Babyschalen auf dem Beifahrersitz Acht. Schalten Sie den Beifahrer-Airbag aus, wenn Ihr Kind entgegen der Fahrtrichtung in einer Babyschale liegt. Durch einen ausgelösten Airbag können schwere oder tödliche Verletzungen entstehen. Vergessen Sie nicht den Airbag wieder einzuschalten, sobald Sie die Babyschale demontiert haben.
Achten Sie bei größeren Kindern, die mit Blick nach vorne sitzen, darauf, dass sie genügend Abstand zum Wirkungsbereich des Airbags haben. Wenn Ihr Kind zu nah am Armaturenbrett sitzt, kann es durch das entfalten des Airbags verletzt werden.

Urlaub mit dem Auto und Kind

Urlaubszeit ist die schönste Zeit des Jahres. Ihr Kind kann es meist gar nicht mehr erwarten, dass es losgeht. Damit die Reise in den Urlaub möglichst stressfrei ist und Sie entspannt an Ihrem Ziel ankommen, haben wir ein paar Reisetipps zusammengestellt.

Die Vorfreude auf die Urlaubsreise ist für Ihr Kind groß. Doch dann wird es schneller als gedacht von Reiseübelkeit eingeholt. Damit Ihrem Sprössling die Autofahrt nicht noch länger vorkommt, haben wir für Sie vier Tipps gegen Reiseübelkeit zusammengestellt.

Tipp 1:

Wenn Ihr Kind unter Reiseübelkeit leidet, sollten Sie es während der Fahrt nicht lesen, einen Film schauen, mit dem Handy oder einer mobilen Spielekonsole spielen lassen. Lenken Sie es stattdessen mithilfe von Hör- oder Suchspielen ab.

Tipp 2:

Versuchen Sie sich möglichst nachts mit Ihrem Kind auf den Weg in den Urlaub zu machen. Somit besteht noch die Möglichkeit, dass Ihr Kind ein paar Stunden schläft und nur noch einen Teil der Autofahrt mitbekommt.

Tipp 3:

Schauen Sie sich vor Fahrtantritt die Route genau an und versuchen Sie möglichst kurvenreiche Strecken zu vermeiden.

Tipp 4:

Reisekaugummis sind auch ein bewährtes Mittel gegen Reiseübelkeit. Lassen Sie sich dazu gerne in einer Apotheke beraten.

Tipp 5:

Beugen Sie mithilfe einer Spucktüte für den Ernstfall vor.

Lange Autofahrten können für Ihr Kind anstrengend und langweilig sein. Versuchen Sie, Ihr Kind oder Baby im Auto mit Spielzeug oder Ratespielen abzulenken, damit die Urlaubsstimmung nicht kippt. Besonders im Stau ist die Unterhaltung Ihres Kindes wichtig, damit keine schlechte Stimmung aufkommt und die Wartezeit verkürzt wird.
Auch mit Hörspielen oder Spielekonsolen können Sie lange Autofahrten auflockern. Wer es gerne kreativer mag, ist mit Ratespielen auf der sicheren Seite. Hier kann auch in längeren Staus die Umgebung einbezogen werden (z. B. Ich sehe was, was du nicht siehst).